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Gesamtstrategie und Dorfentwicklung:
Stadt und Land – Hand in Hand?

Seminar der Dörfer in der Schule für Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten


Im Rahmen der Entwicklung der kommunalen Gesamtstrategie „UNSER LANDSBERG 2035 – GEMEINSAM
ZUKUNFT GESTALTEN“ trafen sich am Wochenende 7./8. Juli 25 Vertreter der Ortsteile Ellighofen,
Erpfting, Pitzling und Reisch zusammen mit ihren Ortssprechern und Stadträten, dem Strategieberater
Ralf Stappen und Vertretern der Verwaltung zum Seminar „Dorfentwicklung“ bei der Schule für Dorfund
Landentwicklung im ehemaligen Benediktiner-Kloster in Thierhaupten. Es war das erste gemeinsame
Treffen der vier Dörfer. Trotz großer Hitze gab es einen sehr offenen und konstruktiven Austausch
untereinander, geprägt von viel Knowhow, Engagement, Gemeinsamkeiten und Ideen.


Zunächst informierte die Abteilungsleiterin Land- und Dorfentwicklung vom Amt für Ländliche
Entwicklung Oberbayern, Frau Monika Hirl, die Anwesenden über die Fördermöglichkeiten. Sie stellte dar,
dass Einzelmaßnahmen im Rahmen der ELER-Förderung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die
Entwicklung des ländlichen Raums) mit 60 % der Nettokosten gefördert werden können. Mit
Antragstellung nehmen die Dörfer an einem Wettbewerb teil. Die Vergabe der Punkte richtet sich nach
den Konzepten und der Bürgerbeteiligung. Dorfentwicklung sollte fester Bestandteil der Gesamtstrategie
sein. Positiv bewertet wird dabei auch ein Miteinander der Dörfer sowie ein gutes Zusammenwirken mit
der Stadt.


Unter Leitung der Dorferneuerungsexperten Claudia Bosse von der TU München und Stadtplaner Otto
Kurz wurden einige Fragen aufgeworfen und gemeinsam bearbeitet: „Wo stehen Sie in Ihrem Dorf gerade
im Prozess?“ „Was sind die wesentlichen Projekte? Welche Ansätze zur Zusammenarbeit und Vernetzung
sehen Sie, auch mit den anderen Dörfern und mit der Stadt?
Es stellten sich viele Gemeinsamkeiten heraus, wie z.B. der Wunsch nach Treffpunkten, wie einem
Dorfplatz oder Dorfzentrum, der Wunsch nach mehr Verkehrssicherheit in den Orten, zum Beispiel durch
Smiley-Geschwindigkeitsanzeigen, eine gemeinsame Internetpräsenz der Dörfer unter dem Dach der
Stadt Landsberg am Lech, eine Verbesserung im Bereich Kommunikation und Wahrnehmung des ÖPNV in
den Ortsteilen sowie eine Balance zwischen Dörfern und Stadt.
Als gemeinsames Projekt wurde ein Ortsteilradweg mit Querung der B17 und einer möglichen Brücke
über den Lech genannt, der die vier Dörfer miteinander verbindet.


Viele Ziele sind zum großen Teil mit den schon vorliegenden Zielentwürfen in den Handlungsfeldern
deckungsgleich. Dazu zählen beispielsweise die Themen schnelleres Internet, Mehrgenerationenwohnen,
und die bessere Nutzung erneuerbarer Energien. Weitere Ergebnisse sind, die Neubürger in Zukunft mit
einem Willkommensbrief zu begrüßen, der bereits bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt
ausgehändigt werden kann. Auch möchte man eine bessere Orientierung und Verständnis der
Einheimischen und der Neubürger untereinander ermöglichen. Einig wurde man sich auch darüber, dass
sich die Vertreter der Ortsteile in Zukunft quartalsmäßig treffen sollen, um sich über gemeinsame
Themen auszutauschen. Das erste Treffen am 26.09.2017 in Reisch steht bereits fest. Der Stadtrat soll
künftig über die Themen in den Ortsteilen einmal im Jahr mit einem Bericht auf den aktuellen Stand
gebracht werden.  

Teilnehmer des Dorfentwicklungs-Seminars

Foto: Otto Kurz